Wohin man auch geht, überall scheint es eine Müllspur zu geben. Supermarktparkplatz? Verirrter Kassenbon. Park? Zerrissene Snackpackungen unter der Schaukel. Stadtstraße? Jemandes Lunchpaket flattert wie ein komischer Vogel. Selbst mit Aufräumtrupps und Mülltonnen in der Nähe liegt immer noch mehr Müll gleich um die Ecke. Warum können wir diese Müllgewohnheit nicht ablegen?
Oft beginnt es aus Faulheit. Stellen Sie sich vor, jemand lässt eine leere Flasche neben einer Bank fallen, weil er nicht gleich einen Mülleimer sieht. Oder eine Gruppe beim Picknick, die Servietten wegweht, weil „jemand sie schon aufhebt“. Es ist so eine kleine Aktion, dass sie kaum wahrgenommen wird – bis alle auf die gleiche Idee kommen. All diese „nur dieses eine Mal“-Momente summieren sich schnell.
Fast jeder redet sich ein, ein winziges Stück Müll sei egal. Das Problem ist nur, dass diese Geschichte viele Menschen teilen. Wenn man dieses eine Bonbonpapier mit der Menge beim Fußballspiel oder der Hälfte der Büroangestellten multipliziert, entsteht ein riesiger Müllberg. Sobald Müll an einem Ort landet, zieht er scheinbar noch mehr an. Menschen sind da merkwürdig – wenn wir ein Chaos sehen, behandeln wir es wie eine offene Einladung.
Ein weiterer Grund, warum Müll liegen bleibt, ist die Abwälzung von Verantwortung. Es herrscht die Vorstellung, dass das Aufräumen jemand anderes Aufgabe sei. Die Gemeinde, ein Wartungsteam oder sogar die Natur würden sich darum kümmern. Das Problem ist nur: Jede Ressource, die für die Müllabfuhr eingesetzt wird, hätte Parks verschönern oder abgenutzte Gehwege reparieren können. Stattdessen müssen die Stadtangestellten Snackpapieren und Bechern hinterherjagen.
Denken Sie an das größere Chaos: Müll sieht nicht nur unschön aus, er verursacht auch andere Probleme. Verstopfte Abflüsse führen zu überfluteten Straßen. Tiere knabbern an Essensresten, die sie krank machen können. Plastik und Verpackungen verschwinden nicht einfach – sie werden in Bäche geweht, von Vögeln angeknabbert oder um neugierige Eichhörnchen gewickelt.
Auch die Kultur spielt eine Rolle. Ist Ihnen schon mal aufgefallen, dass manche Städte einfach sauberer sind? Die Leute dort erwarten es. Wer die Regeln bricht, wird angestarrt. Wo Müll alltäglich ist, wird jeder noch so kleine Dreck hingenommen. Es kommt darauf an, was als normal angesehen wird.
Verbesserungen müssen nicht unbedingt große Veränderungen bedeuten. Ein paar zusätzliche Mülleimer könnten sicher helfen. Manchmal ist es aber auch peinlich – der Gesichtsausdruck, wenn jemand von einem aufmerksamen Kleinkind beim Müllwerfen erwischt oder von einem Nachbarn darauf hingewiesen wird. Selbst Plakate mit traurigen Tieren oder lustigen Sprüchen können Menschen wieder auf den richtigen Weg bringen.
Eines Tages sah ich, wie ein Kind eine im Wind tanzende Plastiktüte rettete, nur um sie in den nächsten Mülleimer zu werfen. Niemand machte ein großes Aufheben darum, aber jeder Erwachsene hielt kurz inne. Es tat ein bisschen weh, zu sehen, wie leicht ein Kind es richtig machte. Kleine Gewohnheiten zählen. Wenn du das nächste Mal dein Getränk oder deinen Snack leer isst, heb den Müll auf, bis du einen geeigneten Mülleimer findest. Ruf einen Freund an, wenn ihm etwas herunterfällt. Wir teilen diese Räume mit allen anderen – und mal ehrlich: Niemand möchte, dass seine Nachbarschaft wie eine Müllhalde mit Straßenschildern aussieht.















